Warum Pax und ähnliche Schränke im Altbau oft „krumm“ wirken
Im Altbau sind Boden und Wände selten im Lot. Ein Schrank kann dabei gleichzeitig auf einem schiefen Boden stehen und an einer leicht bauchigen Wand anliegen. Ergebnis: Türen stehen oben oder unten über, Fugen laufen schräg, Schubladen klemmen.
Die gute Nachricht: In 90 Prozent der Fälle ist nicht der Schrank das Problem, sondern die Aufstellung. Wenn du den Korpus korrekt ausrichtest und erst danach die Türen einstellst, bekommst du auch in Mietwohnungen saubere Spaltmaße.
Wichtig ist die Reihenfolge: erst Untergrund stabilisieren, dann Korpus lotrecht, dann Verbindung und Sicherung, zuletzt Fronten und Innenleben.
Problem
Typisches Symptom
Schnelle Lösung
Schiefer Boden
Türen öffnen/schließen schwer, Fugen schräg
Unterfüttern, Korpus in Lot bringen
Unruhige Wand (Bauch/Schüssel)
Schrank steht oben oder unten ab
Abstandshalter, Leistenlösung, nicht „anpressen“
Weicher Untergrund (Dielen, Klick-Vinyl)
Korpus „arbeitet“, Türen verstellen sich
Last verteilen, feste Auflagepunkte schaffen
Gerade Fronten gelingen, wenn zuerst der Korpus ins Lot kommt.
Vorbereitung: messen, prüfen, Plan machen (10 Minuten, spart Stunden)
1) Boden und Wand grob checken
Boden: Wasserwaage (mind. 60 cm) an mehreren Stellen vor dem Aufstellort. Miss quer (links-rechts) und längs (vorn-hinten).
Wand: Lange Latte/gerade Leiste anlegen. Spalte oben, Mitte, unten prüfen.
Ecke: Sind Sockelleisten im Weg? Bei vielen Schränken verhindert die Leiste, dass der Korpus hinten an die Wand kommt.
Praxiswert: Schon 5 mm Gefälle über 60 cm reichen, damit Türen sichtbar „wandern“. Ab 10 bis 15 mm solltest du unbedingt unterfüttern und nicht nur über Scharniere „retten“.
2) Stellfläche vorbereiten
Teppich weg oder mindestens unter dem Sockelbereich frei, sonst setzt sich der Schrank später und verstellt sich.
Bei Klick-Vinyl/Laminat: nicht punktuell belasten, sondern mit breiteren Platten/Leisten unterlegen.
3) Werkzeug, das wirklich hilft
Wasserwaage 60 bis 120 cm
Keile oder Distanzplättchen (Holz/Kunststoff)
Schraubendreher/PZ2, Akkuschrauber mit Gefühl
Maßband, Bleistift
Optional: Laserlinie (nice to have, nicht nötig)
Korpus richtig ausrichten: der Ablauf, der in Altbauten funktioniert
Schritt 1: Erst unterfüttern, dann verschrauben
Stelle den Korpus grob an seinen Platz, aber drücke ihn nicht an die Wand. Richte ihn zuerst auf dem Boden aus.
Beginne mit der Seite, die am tiefsten steht (Wasserwaage zeigt Gefälle).
Schiebe Keile/Plättchen unter die Sockelkante oder unter tragende Punkte des Bodens (nicht irgendwo in der Mitte, wo es nachgibt).
Arbeite in kleinen Schritten: 1 bis 2 mm machen optisch viel aus.
Realität: In vielen Altbauzimmern ist der Boden zur Raummitte hin höher (durch Balkenlage) oder zur Außenwand hin niedriger. Nimm dir Zeit, bis der Korpus stabil steht und nicht wippt.
Schritt 2: Korpus ins Lot bringen (seitlich und nach vorn)
Wasserwaage an die Seitenwand: Korpus muss links und rechts lotrecht stehen.
Wasserwaage an die Frontkante: Korpus darf nicht nach vorn kippen, sonst laufen Türen von allein auf/zu.
Wenn du mehrere Elemente nebeneinander stellst: Richte jedes Element einzeln ins Lot aus, bevor du sie miteinander verbindest. Ein „schlechtes“ Element zieht sonst alle anderen mit.
Bei welligen Wänden ist es besser, einen kontrollierten Abstand zu lassen und sauber abzudecken (z.B. mit Abschlussleisten), statt den Schrank schief an die Wand zu zwingen.
Wenn oben 10 mm Luft sind und unten 2 mm: Das ist normal. Wichtig ist, dass der Korpus gerade steht.
Bei starken Wandbäuchen: Nutze Abstandshalter hinten oben, damit der Schrank nicht kippt, wenn er gesichert wird.
Mehrere Schränke verbinden: gerade Front, keine Spannungen
Eine typische Fehlerquelle ist das „Zusammenziehen“ der Korpusse mit Schrauben, obwohl die Böden unterschiedlich hoch sind. Dann entstehen Spannungen und die Türen verziehen sich später.
So gehst du vor
Jeden Korpus einzeln ausrichten und unterfüttern, bis er stabil ist.
Frontkanten bündig ausrichten (mit einer geraden Latte oder per Sichtlinie).
Erst dann verbinden. Nicht mit Gewalt: Wenn du drücken musst, stimmt die Unterfütterung noch nicht.
Nach dem Verbinden erneut Lot prüfen.
Tipp aus der Praxis: Bei langen Schrankreihen (3 m und mehr) lohnt es sich, die Ausrichtung von der „optisch wichtigsten“ Seite zu starten, also dort, wo man die Fuge am stärksten sieht (z.B. neben der Türöffnung).
Sicherung an der Wand: in Mietwohnungen sicher, aber sauber gelöst
Hohe Schränke müssen gegen Umkippen gesichert werden. In Mietwohnungen ist das meist Pflicht, besonders mit Kindern.
Passende Dübel verwenden (bei Trockenbau Hohlraumdübel, nicht Standarddübel).
Beim Anziehen nicht den Korpus verziehen: Zwischen Wand und Korpus ggf. Distanzstück setzen.
Wenn Bohren nicht oder nur ungern
Ganz ohne Bohren ist Umkippschutz bei hohen Schränken schwierig. Eine praxistaugliche Zwischenlösung:
Schrank mit sehr breiter Auflage und sauberer Unterfütterung stabilisieren.
Schwere Teile (Schubladen, Bücher) nach unten.
Bei Kindern: besser mit Vermieter klären und fachgerecht bohren. Das ist meist die sicherste Option.
Türen perfekt einstellen: erst jetzt lohnt sich Feintuning
Wenn der Korpus nicht im Lot steht, wirst du die Türen nie dauerhaft sauber einstellen. Sobald der Schrank stabil und gerade steht, ist das Einstellen dagegen schnell erledigt.
Die 3 Stellschrauben am Scharnier (typisch)
Seitlich: Spaltmaß zwischen den Türen/Fugen ausrichten.
Höhe: Tür oben/unten bündig zur Nachbartür.
Tiefe: Tür sitzt plan, schließt ohne Schleifen.
Mini-Regel: Immer nur eine Schraube pro Scharnier minimal drehen, dann prüfen. Sonst verlierst du den Überblick.
Typische Altbau-Symptome und die passende Einstellung
Tür schleift unten: Korpus kippt nach vorn oder Boden ist links/rechts unterschiedlich. Erst Unterfütterung prüfen, dann Höhe am Scharnier.
Fuge wird nach oben breiter: Korpus ist seitlich nicht im Lot. Nicht nur Scharnier drehen, sondern Korpus nachrichten.
Türen springen auf: Korpus kippt nach hinten/vorn oder Magnet/Schließdämpfer sitzt ungünstig. Lot prüfen, dann Dämpfer/Magnet justieren.
Innenleben und Schubladen: leichtgängig trotz schiefem Raum
Schubladen reagieren sensibler als Türen. Wenn sie nicht sauber laufen, liegt es fast immer an der Korpusgeometrie.
So bekommst du Schubladen leichtgängig
Korpus nochmals mit Wasserwaage prüfen, besonders vorn.
Schubladenschienen beidseitig auf gleicher Höhe montieren, nicht „nach Augenmaß“.
Bei minimaler Schieflage: lieber erneut unterfüttern als an Schienen „rumzubiegen“.
Praxis-Hack: Wenn eine Schublade nur in den letzten 5 cm klemmt, ist oft die Front minimal verzogen. Front lösen, neu ausrichten, wieder anziehen.
Sauberer Abschluss: Spalten, Sockel, Leisten ohne Pfusch
Im Altbau bleiben oft Spalten zur Wand. Ziel ist nicht „unsichtbar“, sondern „gewollt und sauber“.
Seitliche Spalte: Abschlussleiste oder Blende, wenn verfügbar. Alternativ eine lackierte MDF-Leiste passend zur Front.
Sockelleiste stört: Sockelleiste im Schrankbereich ausklinken oder Sockelblende anpassen. In Mietwohnungen lieber ausklinken und später wieder einsetzbar machen.
Oben zur Decke: Bei hohen Decken wirkt eine Deckleiste ruhiger als ein unregelmäßiger Schatten.
Unterfüttern statt an den Scharnieren „retten“: so bleibt alles stabil.
Kosten und Zeit: realistische Orientierung
Unterfütterung (Keile/Plättchen): 5 bis 20 EUR
Abschlussleisten/Blenden: 15 bis 60 EUR je nach Lösung
Dübel/Schrauben (Wandsicherung): 5 bis 25 EUR
Zeit: 1 Element meist 45 bis 90 Minuten inkl. Türen einstellen, bei Schrankwand eher 3 bis 6 Stunden
Wenn du nach 30 Minuten Türen einstellen immer noch kämpfst, stopp und geh zurück zur Basis: Korpus prüfen, Unterfütterung optimieren, dann erneut einstellen.
Podsumowanie
Korpus zuerst stabil und ins Lot bringen, erst danach Türen einstellen.
Schiefe Böden mit Keilen/Plättchen ausgleichen, nicht mit Scharnieren kaschieren.
Wellige Wände: Abstand akzeptieren und sauber mit Leisten lösen.
Mehrere Elemente: einzeln ausrichten, dann verbinden ohne Spannung.
Wandsicherung mit Distanzstücken montieren, damit nichts verzogen wird.
FAQ
Wie viel Schiefe kann ich über die Scharniere ausgleichen?
Nur kleine Abweichungen (ein paar Millimeter). Wenn Fugen sichtbar schräg laufen oder Schubladen klemmen, muss der Korpus über Unterfütterung ins Lot.
Was mache ich, wenn der Boden federnd ist (alte Dielen)?
Auflagepunkte verbreitern (z.B. stabile Leisten unter dem Sockelbereich) und wippfreie Unterfütterung schaffen. Punktlasten vermeiden, sonst verstellt sich der Schrank.
Muss der Schrank wirklich an die Wand?
Nein. Wichtiger ist, dass er lotrecht und standsicher steht. Bei ungeraden Wänden ist ein kontrollierter Abstand oft die bessere, sauberere Lösung.
Wie erkenne ich, ob die Schrankwand „verspannt“ ist?
Wenn beim Verbinden Druck nötig ist, Türen sich nach dem Verschrauben sichtbar verstellen oder Schubladen plötzlich klemmen. Dann Verbindung lösen, Unterfütterung korrigieren, erneut verbinden.
Warum Pax und ähnliche Schränke im Altbau oft „krumm“ wirken
Im Altbau sind Boden und Wände selten im Lot. Ein Schrank kann dabei gleichzeitig auf einem schiefen Boden stehen und an einer leicht bauchigen Wand anliegen. Ergebnis: Türen stehen oben oder unten über, Fugen laufen schräg, Schubladen klemmen.
Die gute Nachricht: In 90 Prozent der Fälle ist nicht der Schrank das Problem, sondern die Aufstellung. Wenn du den Korpus korrekt ausrichtest und erst danach die Türen einstellst, bekommst du auch in Mietwohnungen saubere Spaltmaße.
Wichtig ist die Reihenfolge: erst Untergrund stabilisieren, dann Korpus lotrecht, dann Verbindung und Sicherung, zuletzt Fronten und Innenleben.
Vorbereitung: messen, prüfen, Plan machen (10 Minuten, spart Stunden)
1) Boden und Wand grob checken
Praxiswert: Schon 5 mm Gefälle über 60 cm reichen, damit Türen sichtbar „wandern“. Ab 10 bis 15 mm solltest du unbedingt unterfüttern und nicht nur über Scharniere „retten“.
2) Stellfläche vorbereiten
3) Werkzeug, das wirklich hilft
Korpus richtig ausrichten: der Ablauf, der in Altbauten funktioniert
Schritt 1: Erst unterfüttern, dann verschrauben
Stelle den Korpus grob an seinen Platz, aber drücke ihn nicht an die Wand. Richte ihn zuerst auf dem Boden aus.
Realität: In vielen Altbauzimmern ist der Boden zur Raummitte hin höher (durch Balkenlage) oder zur Außenwand hin niedriger. Nimm dir Zeit, bis der Korpus stabil steht und nicht wippt.
Schritt 2: Korpus ins Lot bringen (seitlich und nach vorn)
Wenn du mehrere Elemente nebeneinander stellst: Richte jedes Element einzeln ins Lot aus, bevor du sie miteinander verbindest. Ein „schlechtes“ Element zieht sonst alle anderen mit.
Schritt 3: Wandabstand kontrollieren statt „anpressen“
Bei welligen Wänden ist es besser, einen kontrollierten Abstand zu lassen und sauber abzudecken (z.B. mit Abschlussleisten), statt den Schrank schief an die Wand zu zwingen.
Mehrere Schränke verbinden: gerade Front, keine Spannungen
Eine typische Fehlerquelle ist das „Zusammenziehen“ der Korpusse mit Schrauben, obwohl die Böden unterschiedlich hoch sind. Dann entstehen Spannungen und die Türen verziehen sich später.
So gehst du vor
Tipp aus der Praxis: Bei langen Schrankreihen (3 m und mehr) lohnt es sich, die Ausrichtung von der „optisch wichtigsten“ Seite zu starten, also dort, wo man die Fuge am stärksten sieht (z.B. neben der Türöffnung).
Sicherung an der Wand: in Mietwohnungen sicher, aber sauber gelöst
Hohe Schränke müssen gegen Umkippen gesichert werden. In Mietwohnungen ist das meist Pflicht, besonders mit Kindern.
Wenn Bohren erlaubt ist
Wenn Bohren nicht oder nur ungern
Ganz ohne Bohren ist Umkippschutz bei hohen Schränken schwierig. Eine praxistaugliche Zwischenlösung:
Türen perfekt einstellen: erst jetzt lohnt sich Feintuning
Wenn der Korpus nicht im Lot steht, wirst du die Türen nie dauerhaft sauber einstellen. Sobald der Schrank stabil und gerade steht, ist das Einstellen dagegen schnell erledigt.
Die 3 Stellschrauben am Scharnier (typisch)
Mini-Regel: Immer nur eine Schraube pro Scharnier minimal drehen, dann prüfen. Sonst verlierst du den Überblick.
Typische Altbau-Symptome und die passende Einstellung
Innenleben und Schubladen: leichtgängig trotz schiefem Raum
Schubladen reagieren sensibler als Türen. Wenn sie nicht sauber laufen, liegt es fast immer an der Korpusgeometrie.
So bekommst du Schubladen leichtgängig
Praxis-Hack: Wenn eine Schublade nur in den letzten 5 cm klemmt, ist oft die Front minimal verzogen. Front lösen, neu ausrichten, wieder anziehen.
Sauberer Abschluss: Spalten, Sockel, Leisten ohne Pfusch
Im Altbau bleiben oft Spalten zur Wand. Ziel ist nicht „unsichtbar“, sondern „gewollt und sauber“.
Kosten und Zeit: realistische Orientierung
Wenn du nach 30 Minuten Türen einstellen immer noch kämpfst, stopp und geh zurück zur Basis: Korpus prüfen, Unterfütterung optimieren, dann erneut einstellen.
Podsumowanie
FAQ
Wie viel Schiefe kann ich über die Scharniere ausgleichen?
Nur kleine Abweichungen (ein paar Millimeter). Wenn Fugen sichtbar schräg laufen oder Schubladen klemmen, muss der Korpus über Unterfütterung ins Lot.
Was mache ich, wenn der Boden federnd ist (alte Dielen)?
Auflagepunkte verbreitern (z.B. stabile Leisten unter dem Sockelbereich) und wippfreie Unterfütterung schaffen. Punktlasten vermeiden, sonst verstellt sich der Schrank.
Muss der Schrank wirklich an die Wand?
Nein. Wichtiger ist, dass er lotrecht und standsicher steht. Bei ungeraden Wänden ist ein kontrollierter Abstand oft die bessere, sauberere Lösung.
Wie erkenne ich, ob die Schrankwand „verspannt“ ist?
Wenn beim Verbinden Druck nötig ist, Türen sich nach dem Verschrauben sichtbar verstellen oder Schubladen plötzlich klemmen. Dann Verbindung lösen, Unterfütterung korrigieren, erneut verbinden.
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